Sicherer Schulweg

Wie können wir den Schulweg für alle sicher machen?

Mitglieder

Helge Bräuer, Deniz Paul 

Dieses Team sucht Ideen, Maßnahmen, Angebote und Lösungen wie zusätzlich zur Elternaktion im Herbst die Verkehrssituation um unsere Schule für alle Kinder sicherer werden kann. Auch auf die Bedürfnisse von Berufstätigen, Ortsfremden oder "Notfällen" soll Rücksicht genommen werden. Weitere Mitglieder sind herzlich willkommen!

 

Elternaktion Herbst 2015

Liebe Eltern,

Der Elternbeirat unserer Schule hat beschlossen, auch in diesem Herbst mit einer freundlichen Elternaktion darauf hinzuweisen, dass das Elterntaxi bis vor die Schultüre oft sehr gefährlich für die zu Fuß laufenden Kinder sein kann. Besonders - und so ist es an zwei Zubringerwegen an der Wolfgang-Zacher-Schule gegeben - wenn der Weg in einer Sackgasse endet und das Auto in einem engen Bereich noch wenden muss. Diese Situation zeigt sich im Röntgenweg, der vom Grünewaldweg und von der Eichendorffstraße befahren wird. Die dritte gefährliche Stelle ist in der Richard-Wagner-Straße im Bereich des Zebrastreifens. Hier wird es erst recht gefährlich, wenn die Autos auf (!) dem Zebrastreifen parken und die Schulkinder dann um die Autos herum laufen müssen.

Wir wollen mit der Elternaktion dafür werben, dass möglichst viele Kinder die letzten Meter des Schulweges zu Fuß gehen.

Wir wollen niemanden verbieten, sein Kind in die Schule zu fahren. Wir möchten lediglich dazu ermuntern, dass die mit dem Auto gebrachten Kinder ein paar Meter von den kritischen Punkten (siehe oben) entfernt für sich selber und für alle anderen Kinder sicher abgesetzt werden.

Die Situation rund um die Wolfgang-Zacher-Grundschule wurde bereits gemeinsam mit der Schulleitung, der Jugendverkehrsschule der Polizei Waiblingen und der Straßenverkehrsbehörde (Stadt Waiblingen) besprochen. Aus verschiedenen rechtlichen Gründen können die bestehenden Zufahrtsregeln nicht verändert werden.

Besonders jetzt in der "dunklen Jahreszeit" ist daher größte Vorsicht geboten - genau der richtige Zeitpunkt für eine Elternaktion.

Wir kennen das alle sehr gut: Es ist noch nicht richtig hell, eigentlich müsste man schon längst in der Arbeit sein oder zumindest auf dem Weg dort hin. Das Kind muss in die Schule. Um die Schule herum wimmelt und wuselt es von Schulkindern, manche sind noch recht klein und sind daher hinter dem Auto kaum oder nur sehr schwer sichtbar. Eine gefährliche Situation!

Das können wir besser!

Mit freundlichen Grüßen

Ellen Schweizer

Vorsitzende des Elternbeirats der Wolfgang-Zacher-Schule


 

Elternaktion Herbst 2014

Das Taxi Mama gefährdet die Kinder

Text von Jutta Pöschko, vom 05.11.2014 (aus www.zvw.de)

Waiblingen. Verstopfte Straßen, ein Chaos beim Parken und Wenden, und das jeden Morgen vor Schulbeginn: Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto am liebsten bis vor die Klassenzimmertür bringen wollen, sorgen in fast allen Schulen für Ärger und brisante Situationen. Mit einer Plakataktion macht der Elternbeirat der Wolfgang-Zacher-Schule diese Woche auf das Problem aufmerksam.

„Stopp den Verkehr - kein Eltern-Taxi“: Noch im vergangenen Schuljahr haben die Kinder im Unterricht große bunte Hingucker-Plakate gemalt. Diese Woche sind die Plakate nun im Einsatz. Jeden Morgen stehen Eltern vom Eltern-Beirat der Wolfgang-Zacher-Schule und Kinder am Zebrastreifen in der Richard-Wagner-Straße sowie im Röntgenweg unterhalb und oberhalb der Treppe, die in die Schule führt. An diesen drei Zubringer-Stellen in die Schule wollen sie an die Mütter und Väter appellieren, ihre Kinder früher aussteigen zu lassen und wenigstens das letzte Stück zu Fuß gehen zu lassen. „An den beiden Stellen im Röntgenweg gibt es waghalsige Wendeaktionen“, weiß Elternbeiratsvorsitzende Anita Köhnlein. „Und in der Richard-Wagner-Straße wird regelmäßig der Zebrastreifen vollgestellt.“

Von offizieller Seite gab’s keine Unterstützung

Das Problem ist nicht neu. Und es existiert in sehr vielen Schulen. „Wir informieren darüber in allen Elternbeiratssitzungen“, sagt Sprecherin Anita Köhnlein, „doch jetzt musste eine Aktion her.“ Schon vor fast einem Jahr hatte der Elternbeirat mit den Vorbereitungen begonnen - angedacht war damals noch eine Großaktion zusammen mit Polizei, Stadt und ADAC. Das habe allerdings nicht geklappt, so Köhnlein: Zunächst habe man sich wohl an die falsche Seite gewandt. „Niemand von offizieller Stelle war dazu zu bewegen mitzumachen.“

Nun haben die Mütter ihr Anliegen selbst in die Hand genommen. „Wir wollten als Eltern die anderen Eltern darauf hinweisen, wie gefährlich die Situation morgens vor der Schule oft ist“, sagt sie. Denn wer seine Kinder mit dem Auto sicher und bequem in die Schule bringt, riskiert damit, andere Kinder, die zu Fuß kommen, zu gefährden.

Überwiegend positiv hätten die Eltern auf die Plakataktion reagiert. Richtig vorbildlich seien die Autofahrer herangefahren und hätten mit einem Lächeln reagiert. „Die Kinder konnten über den Zebrastreifen gehen“, freut sich die Elternbeiratsvorsitzende.

Unterhalb des Röntgenwegs stand ihre Stellvertreterin Julia Bruckner. Einer Mutter habe sie freundlich vorgeschlagen, in Zukunft die Kinder bereits an der Eichendorffstraße rauszulassen und gar nicht erst in die Stichstraße einzufahren. „Sie hat sich bedankt“, erzählt Julia Bruckner. Weniger einsichtig fiel die Reaktion eines Vaters aus, der sie kurz und knapp beschied, er habe das Recht dazu, einzufahren und was sie sage, sei ihm egal. Dass er rechtlich gesehen auf der sicheren Seite ist, wissen auch die Elternvertreterinnen. „Wir können das niemandem verbieten“, sagt Bruckner. „Es ist eben der Appell an die Eltern, die eigenen Kinder nicht sicher zur Schule zu fahren und die anderen damit zu gefährden.“ Was spätestens dann verstärkt der Fall sein wird, wenn es morgens dunkel ist und die Kinder schlechter zu sehen sind. „Überwiegend waren es aber positive Reaktionen“, sagt Anita Köhnlein. „Wir alle wissen schließlich, dass das keine Situation ist, die man mittragen kann.“

Mit einem Rundbrief hatte der Elternbeirat im Vorfeld seine Aktion angekündigt. In den kommenden Wochen wollen die Eltern auch unangekündigt vor der Schule auftauchen. Dabei setzt Anita Köhnlein darauf, dass es dem einen oder der anderen schon etwas peinlich sein wird, vor der Schule als unbelehrbarer „Taxi-Mama-Fahrer“ dazustehen.

Zu Fuß gehen ist besser als gefahren zu werden

Sein Kind in die Schule zu fahren ist gefährlicher, als es selbst gehen zu lassen. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftliche Studie im Auftrag des ADAC.

Laut Statistischem Bundesamt kamen allein im vergangenen Jahr fast 10 400 Kinder unter 15 Jahren im Auto ihrer Eltern zu Schaden – deutlich mehr als Kinder, die zu Fuß unterwegs waren.

Die Studie zeigt, wie die Situation vor Grundschulen aussieht: Hier gefährdeten in vielen Fällen Eltern durch regelwidriges Anhalten oder riskante Wendemanöver die Sicherheit anderer Schulkinder und Verkehrsteilnehmer teils massiv. Als negativen Nebeneffekt beklagt die „Elterntaxi“-Studie zudem, dass durch regelmäßige Hol- und Bringdienste die selbstständige Mobilität von Schulkindern immer mehr verloren gehe.